Was kostet professionelle Grafikperformance? PW betrachtet die Performance der Quadro P2000 und der Quadro P4000 von NVIDIA, damit Sie entscheiden können, welche GPU Sie brauchen.

2017 ist das Jahr, in dem die Mid-Range Quadro P2000 und die High-End Quadro P4000 produziert wurden. Aufgrund der Unterschiede in Leistung, Performance, Formfaktor und Preis kann entweder die eine oder die andere die bessere Wahl für Ihre professionelle Workstation sein.

Spezifikationen der Quadro P2000 & P4000

Zwischen den beiden Boards liegt ein Preisunterschied von mehr als 400 Euro. Während die Quadro P2000 gemäß der Definition von NVIDIA in den Mid-Range Bereich fällt, wird die Quadro P4000 als High-End Board klassifiziert. Zu beachten ist, dass die Quadro P5000 und P6000 Dual Slot Karten in der höchsten „Ultra High End“ Kategorie platziert sind. (Siehe auch: Die bisher schnellste GPU von NVIDIA: die neue, auf Pascal basierende Quadro P6000)  

Die neuen Quadro P2000 & P4000 GPUs verwenden die Pascal GPU-Architektur von NVIDIA und bieten eine ausgezeichnete Performance.

 

Sowohl die P2000 als auch die P4000 sind Grafikkarten in Vollgröße, wobei die Quadro P4000 etwas länger ist. Der größere Chip der P4000 verfügt über mehr Grafikkerne für die Berechnung. Diese Karte bietet 8 GB Grafikspeicher und eine schnellere Speicherbandbreite. All das benötigt mehr Strom. Die Quadro P2000 verbraucht maximal 75 Watt und benötigt keine zusätzliche Stromquelle, während die Quadro P4000 maximal 105 Watt verbraucht und eine zusätzliche Stromquelle am hinteren Ende angesteckt werden muss. 

 

Performancevergleich von Quadro P2000 & Quadro P4000

Der Performancetest beinhaltet Viewperf 12 für die Grafikperformance und Adobe Premiere Pro für die Rechen- und Awendungsperformance. Viewperf 12 verwendet zwar Datensätze der Softwarehersteller, doch werden die Anwendungen bei dem Test nicht direkt ausgeführt. Weil Viewperf die Grafikperformance isoliert, ist dieser Test zum Performancevergleich der beiden GPUs sehr gut geeignet.

 

Die Quadro P4000 übertrifft die Quadro P2000 in allen Testergebnissen. Eine Gruppe der Viewperf Datensätze läuft um 60% schneller, eine andere um 30% - 40% und ein einzelner Datensatz ist um 22% schneller. 

Adobe Premier Pro ist eine professionelle nichtlineare Videoschnittanwendung, die bei professionellen Filmen & Videos verwendet wird. Premier Pro verwendet eine Softwarekomponente namens Mercury Playback Engine (MPE) zur Echtzeit-Widergabe der Videokomposition in Premier Pro. Außerdem verwendet Premier Pro den MPE für das Rendering der Endproduktion Ihrer Videokomposition. Zum Glück für Video-Profis kann MPE mit GPU-Beschleunigung arbeiten. GPU‑Beschleunigung erfolgt mittels CUDA oder OpenCL. Reine Software MPE Ausgabe verwendet nur die CPU. 

Wir verwenden für unsere Tests Clips im DNxHR/DNxHD Format. Dieses Format ist ebenso wie das ProRes Format für die Videobearbeitung konzipiert. Durch Verwendung einer schnittfreundlichen Komprimierung, wie etwa DNxHD oder ProRes, wird der Schnitt bei allen außer den einfachsten Video-Compositing Aufgaben wesentlich flüssiger. (Bei RedSharkNews gibt es einen guten Artikel darüber, warum man DNxHR verwenden sollte.) Es ist gleichgültig, ob Ihr System GPU-beschleunigtes oder reines Software-MPE verwendet, die Bearbeitung wird in jedem Fall effektiver sein. Diese Effizienz spielt dem GPU-beschleunigten Editing in die Hände. Natürlich ist reines Software MPR Rendering zusätzlich auch schneller, doch im Vergleich zur Verwendung des DNxHR Formats mit reinem Software Rendering erzielt die Kombination von DNxHR und GPU-Beschleunigung eine Steigerung der Rendering Performance um das Fünffache

Wir normieren die Premier Pro Ergebnisse, damit sie für verschiedene Testfälle brauchbar und vergleichbar sind. Die Renderingzeiten werden als Prozentsatz der Videolänge ausgedrückt. Wenn die für das Rendering der Videoausgabe benötigte Zeit die Videolänge übersteigt, dann beträgt das Ergebnis mehr als 100%. Wenn die Videoausgabe in einer Zeitspanne gerendert wird, die kürzer als die tatsächliche Videolänge ist, dann beträgt das Ergebnis weniger als 100%.

Die Testfälle weisen eine HD Auflösung von 1920x1080 auf. Aufgrund der neuen Pascal GPU-Architektur bieten beide GPUs eine ausgezeichnete Video Rendering Performance. Wie man sieht, sind die Renderingzeiten im Wesentlichen identisch. Andererseits wird bei unseren Tests die Quadro P2000 GPU stärker belastet als die P4000. Für den Musikvideo Test beispielsweise beträgt der Workflow der Quadro P2000 nahezu 100%, während der Workflow der Quadro P4000 70% oder weniger beträgt. Eine Auswirkung davon ist, dass wir die Videotestdaten auf einen 4K Workflow updaten müssen, um dadurch einen modernen Workflow präziser darstellen und schnellere GPUs besser testen zu können. Und obwohl beide GPUs eine gute Wahl für zeitgemäße Videobearbeitung darstellen, besteht eine Auswirkung darin, dass die Quadro P4000 eine höhere Leistungsreserve für Projekte der Zukunft bietet. 

Die Leistungsergebnisse und deren Bedeutung für Ihre Workstation zusammenfassend ist zu sagen, dass Sie mit der Quadro P2000 sehr zufrieden sein werden, wenn Ihre Arbeit aus 3D CAD & Modeling besteht. Wenn Sie allerdings viel Zeit mit der Bearbeitung von Videosequenzen von mäßiger bis hoher Komplexität verbringen, dann sind Sie mit einer Quadro P4000 in Ihrer Desktop Workstation wesentlich besser bedient. 

VR Ready oder nicht

Die Grenze zwischen VR und nicht-VR liegt irgendwo zwischen diesen beiden GPUs. Die Voraussetzungen für Virtuelle Realität – hochrealistische Grafikwidergabe, 90 Bilder pro Sekunde für jedes Auge und eine gute Auflösungstiefe – bedeuten, dass die Quadro P4000 von NVIDIA die GPU „auf Einstiegsniveau“ für gute Virtuelle Realität ist.  NVIDIA liefert die Quadro P4000 mit dem „VR-Ready“ Vertriebsetikett.  

Die Quadro P4000 bietet die für VR-Ready erforderliche Performance

Dieses Vertriebsetikett ist bedeutsam. Bei der Ausführung grundlegender VR-Tests wird der Quadro P4000 GPU eine konstante Belastung von 50% auferlegt. Der Versuch, dieselben Virtual Reality Anwendungen auf der Quadro P2000 auszuführen, könnte – obwohl sie funktionieren würden – für den Anwender qualvoll frustrierend sein.  

Mit der Quadro P4000 liefen unsere Tests mit der HTC VIVE Business Edition reibungslos. HTC hat eine komplette und gut implementierte Einführung. Die Aussage, dass das Installieren und Kalibrieren sowie die anschließende Einführung in eine vollständige Virtual Reality Umgebung aufwändiger ist, als das Installieren einer einzelnen Anwendung, bedeutet Eulen nach Athen zu tragen. HTC geleitet den Anwender durch eine gründliche Einführung in die Hardware samt ihrer Konfiguration. Das HTC Tutorial verwendet eine einfache, aber amüsante VR Umgebung, um dem Anwender die Hardware und die VR Umgebung nahezubringen. Am Ende geben die Anwendungsportale für VIVE und SteamVR dem Anwender Gelegenheit, eine Reihe von VR Anwendungen sofort auszuprobieren. Die Business Edition beinhaltet zwei Controller, wodurch die Möglichkeiten einer brauchbaren Anwenderoberfläche in einer Virtual Reality Umgebung erweitert werden.

 

Die PW-Perspektive

NVIDIA ist nicht neu in diesem Geschäft. Deshalb ist es kaum überraschend, dass die Quadro P2000 sehr gut in die Mid-Range Kategorie passt. Ihre Leistungsfähigkeit hinsichtlich 3D Design, CAD und Modeling ist bemerkenswert. Die Quadro P2000 kann nahezu jede Desktopanwendung bewältigen, die ausreichendes High End-Rendering bietet.  

Die Quadro P4000 passt perfekt in die Klasse einer professionellen 1000-Dollar High-End GPU. Aufgrund ihrer Merkmale & Performance ist die P4000 eine feine High-End Grafikkarte für komplexe Videos, High-End Rendering und Virtual Reality – ohne das Budget zu sprengen. 

Leistungsmerkmal

Quadro P2000

Quadro P4000

GPU Version GP106

GP104

GPU Größe

4.4 Milliarden Transistoren 7.2 Milliarden Transistoren

CUDA Cores

1024 1792

GPU Speicher

5 GB GDDR5

8 GB GDDR5

 VR Ready

No Yes

Maximaler Stromverbrauch

75 W 105 W

Speicherbandbreite

140 GB/s 243 GB/s

Displayausgabe

4x DisplayPort 1.4  4x DisplayPort 1.4

 

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